Philosophie zur Sammlung

Eine der Wiegen des deutschen Automobilbaus stand in Sachsen, rund um Chemnitz und Zwickau.
In Chemnitz war bis 1945 die Auto Union ansässig, zu der die Luxusmarke Horch ebenso gehörte, wie die Wagen von Audi, DKW und Wanderer.
Wenn man dann noch in der Nähe von Chemnitz geboren wurde, dort aufgewachsen, studiert und in der ehemaligen “Auto Union” gearbeitet hat und in seine Freizeit sich dann auch noch intensiv mit dem Auto beschäftigte, dann kann man sagen: „Man hat <Auto-Gene> oder auch <Benzin im Blut>“.

Das Sammeln war schon immer eine Leidenschaft von mir, später dann auch noch beruflich bedingt.

Als ich dann im Alter mein Hobby zum Beruf machen durfte und mich der Erhaltung und Bewahrung von historischen Möbeln, Volkskunst und Spielzeug widmen konnte, begann eine neue Etappe in meinem Leben.
Hinzu kam die Bekanntschaft einer großen Sammlerin (Frau Dr. Erika Pohl-Ströher), die Gelegenheit mit ihr zusammen zu arbeiten und in ihrem Auftrag an dem Entstehen eines neuen Museums im Erzgebirge (Manufaktur der Träume/Annaberg-Buchholz) mitzuwirken. (www.manufaktur der traeume.de)

Aus der Kombination – Auto-Gene – Sammler-Gene – Arbeit mit historischen Objekten und dem Wunsch, auch einmal etwas für die Nachwelt zu erhalten, entstand Stück für Stück eine Sammlung historischer Kinderfahrzeuge von den Anfängen um 1860/80 bis in die Gegenwart.

Ein Schwerpunkt sind sächsische Fahrzeuge, industriell gefertigte und auch Eigenbauten.
Der Eigenbau eines Kinderfahrzeuges ist meiner Meinung nach nirgendwo in Deutschland so verbreitet wie in Sachsen. Hier sieht man die Vielfalt und den Einfallsreichtum vieler technisch begabter Väter.

Durch das Engagement der Sammlerin und nach deren Tod durch die Martine & Bertram Pohl Foundation fortgeführt, entstand in einem historischen Fabrikgebäude in Gelenau/Erzgebirge, zwischen Chemnitz und Annaberg-Buchholz gelegen, ein öffentlich zugängliches Sammlungsdepot.

Auf zwei Etagen, mit 1.800 qm Ausstellungsfläche und einem integrierten Kaffee, sind verschiedene Sammlungen u.a. auch die der historischen Kinderfahrzeuge zu bewundern. (www.lopesa.de)

Im Jahre 2018 kam es durch den Ankauf einer großen bestehenden Sammlung (W. Krögler / Wien) durch die Martine & Bertram Pohl Foundation, Luxemburg zur Erweiterung und gegenseitigen Ergänzung. Damit ist vermutlich die weltgrößte Sammlung dieser Art entstanden. Seit dem wird sie gemeinsam betreut, verwaltet und als Ausstellungsobjekt vermarktet.

Ich hoffe, dass auch in der Zukunft noch viele Kinder- und Erwachsenenaugen beim Besuch unserer Ausstellung zu leuchten beginnen.

Eckart Holler